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Ausstellung | Liliana Moro. Andante con moto

Wann:

Do 28. Mär 2024, 10:00–20:00
Fr 29. Mär 2024, 10:00–17:00
Sa 30. Mär 2024, 10:00–17:00
So 31. Mär 2024, 10:00–17:00
Mo 1. Apr 2024, 10:00–17:00

Wo: Kunstmuseum Liechtenstein, Städtle 32, Vaduz

Altersbeschränkung: Alle Altersklassen

Homepage:

Die aktive Einbindung des Publikums und die Praxis des Zuhörens zeichnen das Werk von Liliana Moro (*1961 in Mailand) aus.

Die grosse Einzelausstellung spannt den Bogen vom Frühwerk der späten 1980er-Jahre bis hin zum aktuellen Schaffen der Künstlerin und umfasst eigens entstehende Arbeiten. Gleichzeitig untersucht die retrospektiv angelegte Ausstellung einen grundlegenden Werkaspekt von Liliana Moro: den Klang.

Das Kunstmuseum Liechtenstein verfügt in seiner Sammlung über einen beachtlichen Bestand italienischer Kunst, die hauptsächlich der Arte Povera zuzuordnen ist. Liliana Moro hat ihre Ausbildung an der Kunstakademie Brera in Mailand bei Luciano Fabro absolviert – zu einer Zeit, als die Arte Povera in die Kunstschulen und Museumssammlungen Einzug hielt und ein Prozess allmählicher Historisierung begann. Mit dieser Ausstellung stellt das Kunstmuseum eine italienische Künstlerin der nachfolgenden Generation vor, deren Werk aus einer Geste radikaler Freiheit und Emanzipation von der damaligen Fragestellung heraus entstand.

Liliana Moros künstlerisches Schaffen hat von den Anfängen bis heute verschiedene Phasen durchlaufen und unterschiedliche Ausdrucksmittel wie Klang, gesprochenes und geschriebenes Wort, Skulptur, Performance, Zeichnung, Collage und Video erforscht. Mit ihren Arbeiten zielt sie darauf ab, die Wahrnehmungen und Emotionen der Betrachter:innen zu erfassen. Oft gehen ihre Werke von alltäglichen Gegenständen und Situationen aus und laden das Publikum ein, über das auf den ersten Blick Sichtbare hinauszugehen. Jede ihrer künstlerischen Gesten ist ein Akt, der von den Besucher:innen auch eine Handlung (wie zum Beispiel das Betreten, Niederkauern, Zuhören) verlangt. Liliana Moros Praxis des kontinuierlichen Zuhörens regt die Betrachter:innen zu erhöhter Aufmerksamkeit an und lädt sie ein, sich sowohl physisch als auch intellektuell und emotional zu beteiligen. Das Zuhören wird so zu einer geteilten Erfahrung.

Liliana Moro wollte ursprünglich Szenografie studieren. Obwohl sie sich schliesslich für Malerei einschrieb, blieb ihre Leidenschaft für das Theater bestehen. Davon zeugt unter anderem ihre starke Affinität zu dem Dichter und Dramatiker Samuel Beckett, dessen Werk die Grundlage mehrerer ihrer Arbeiten bildet. Beckett befreite die Bühne von jeglichem Exzess und nutzte den Bühnenraum auch als skulpturales Element. Mit Beckett teilt Liliana Moro einen allumfassenden Blick auf den Raum und den Körper im Raum. So lauscht beispielsweise in Krapp's Last Tape (Samuel Beckett, 1958) ein älterer Mann der Aufzeichnung seiner eigenen Stimme. Das Zuhören als zentrale Erfahrung bei Beckett und als grundlegendes Element in Liliana Moros Werk ist auch der Ausgangspunkt einer neuen Arbeit in der Ausstellung.

Eine Produktion des Kunstmuseum Liechtenstein in Kooperation mit PAC Milano. Kuratiert von Letizia Ragaglia.

Im Seitenlichtsaal wird anlässlich der Eröffnung die 1997 gemeinsam mit Virgilio Sieni konzipierte Performance Studio per un probabile equilibrio in movimento reinszeniert.

Zur Ausstellung erscheint eine umfassende Publikation.

Die Ausstellung wird ab 2024 im PAC Padiglione d'Arte Contemporanea, Milano und in der Magazzino Italian Art Foundation, Cold Spring, NY gezeigt.

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