Anton Bruckner: Messe Nr. 1, d-moll

Wo: Hofburgkapelle, Schweizerhof, 01. Innere Stadt, Wien

Altersbeschränkung: Alle Altersklassen

Ticket-Information:

  • Kategorie 1: €43,00
  • Kategorie 2: €33,00
  • Kategorie 3 (eingeschränkte Sicht): €18,00
  • Kategorie 4 (Hörplatz): €12,00
  • Buchungsgebühren können anfallen

Eingetragen von: Wiener_Hofmusikkapelle

Jeden Sonntag von Mitte September bis Ende Juni findet um 9:15 Uhr in der Hofburgkapelle ein Gottesdienst statt. Fortgesetzt wird damit eine über 500-jährige Tradition, die in der Zeit der Habsburger-Herrscher ihren Ausgang genommen hat. Einzigartig ist bis heute die musikalische Gestaltung dieser heiligen Messen. Denn das Ensemble der Wiener Hofmusikkapelle besteht aus den Wiener Sängerknaben, Mitgliedern des Herrenchors der Wiener Staatsoper und der Wiener Philharmoniker und musiziert auf der obersten Empore der Hofburgkapelle.

Information zum Werk:
Bruckners d-Moll-Messe entstand zwischen Mai und September 1864. Der Komponist selbst leitete die Uraufführung am 20. November 1864 im Alten Linzer Dom. Ein Monat später wurde die Messe als Concert spirituel im Redoutensaal zu Linz aufgeführt. Da hier keine Orgel zur Verfügung stand, übertrug Bruckner das im „Credo“ vorgesehene Orgelsolo auf zwei Klarinetten und zwei Fagotte. Am 10. Februar 1867 dirigierte Hofkapellmeister Johann Herbeck, einer der großen Förderer Bruckners, diese Messe erstmals in der Wiener Hofmusikkapelle, in der damit erstmals ein Werk von Bruckner erklang. Wie sehr diese Aufführung beeindruckte, zeigt sich daran, dass das k.k. Hofmeisteramt Bruckner einen Kompositionsauftrag erteilte, der Grundlage für seine nächste Messkomposition war: die f-Moll-Messe. Bruckner selbst bezeichnete die d-Moll-Messe als „sehr ernst und sehr frei gehalten.“ Sie zeichnet sich gleichermaßen durch eine monumentale Konzeption wie symphonische Züge aus. Die Oktave, schon im Barock Symbol des Göttlichen, spielt eine wesentliche Rolle. Charakteristisch sind auch die thematischen Bezüge zwischen den einzelnen Messteilen. So erscheinen die Skalen „Kyrie“ wieder am Schluss des „Agnus Dei“. Besonders differenziert präsentiert sich das sich genau am Wortinhalt orientierende „Credo“. Wie sehr Bruckner diese Messe geschätzt hat, zeigt sich auch daran, dass er auf das Miserere-Motiv des „Gloria“ im Adagio seiner „Neunten Symphonie“ zurückkommt.
Walter Dobner

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