Zurück zur Natur mit Waldpädagogin

Anna Maria Müllner ist mit 24 Jahren wohl eine der jüngsten Natur- und Landschaftsvermittlerin Niederösterreichs. Mit ihrer Ausbildung will sie die Naturverbundenheit, die in jedem Menschen schlummert, mit einfachen Methoden wiedererwecken. Ihr Einsatzgebiet ist der Wechsel, wo sie Kindern aber auch Erwachsenen hilft, ihre Beziehung zur Natur wiederherzustellen und sie auch nachhaltig wertzuschätzen.

Wer kennt sie nicht, die Negativbilder vom einsamen Eisbären auf der Scholle, die eine gewisse Ohnmacht auslösen, und meist nur für kurze Zeit berühren. Anna Maria Müllner hat es sich zum Ziel gesetzt, dieser Machtlosigkeit den Wind aus den Segeln zu nehmen. „Meine Aufgabe ist es, Wissen verständlich zu vermitteln und das Interesse für die Natur zu erwecken, was die Menschen anregt, dass es in der Natur auch schützenswerte Dinge gibt“, betont die frischgebackene und zertifizierte Waldpädagogin, die ihr Wissen beim Ländlichen Fortbildungsinstitut in der Steiermark erworben hat.

Und das funktioniert am besten im Rahmen einer Waldexpedition mit zahlreichen anschaulichen Beispielen und dem klassischen Frage- und Antwortspiel: Warum ist der Wald wichtig? Weil er Sauerstoff produziert. Warum brauchen wir Sauerstoff? Zum Leben. Die meisten Fragen beantworten sich die Teilnehmer selbst. Kinder sind dabei besonders schnell zu begeistern. „Es ist erstaunlich, wie viel Mädchen und Burschen bereits an Wissen mitbringen“, weiß Anna Maria zu erzählen, die mit der Kenntnis eine emotionale Wertschätzung zur Natur herstellen möchte. Um Groß und Klein für Fauna und Flora zu begeistern, steht auch ein flauschiges Wolkenbad am Wechsel für die ganze Familie auf dem Programm. „Hier ist das Gras besonders weich, man fühlt sich wie auf Wolken“, weiß die Naturvermittlerin zu berichten.

Wichtig ist Anna Maria auch, dass altes, längst in Vergessenheit geratenes Wissen, wieder zu Tage gebracht wird. „Wer hätte beispielsweise gedacht, dass ein Waldspaziergang Menschen gesund machen kann, und das Immunsystem stärkt“, berichtet die Waldpädagogin. Möglich machen das bioaktive Substanzen, wie Terpene, die über die Haut und Atmung aufgenommen werden. Diese sind in der Lage die körpereigenen Killerzellen zu aktivieren, also jene Zellen, die Krebszellen erkennen und zerstören. Ein Aufenthalt im Wald kann außerdem die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit sowie die Kreativität fördern.

Mit dem Wissen über das Zusammenspiel der natürlichen Kräfte, dass jedes Lebewesen seine Funktion und seinen Platz hat, können auch Ängste und unbegründete Vorbehalte abgebaut werden. „Im Zuge meiner Ausbildung lernte

ich, wie nützlich Insekten sind, so konnte ich meine Spinnenphobie loswerden“, erklärt die junge Waldpädagogin, welche die Nachfolge ihres Mentors und Naturführerlegende Konrad Riegler übernommen hat.

Die Naturverbundenheit schlummert übrigens in jedem Menschen, die nur darauf wartet, geweckt zu werden. Wer Interesse an einer Waldexpedition mit spannenden Naturerlebenissen am Wechsel hat, dem bieten sich die Termine vom
17. bis 19. August sowie im Oktober (26. bis 28. 10. und von 28. bis 30. 10.) an. Mehr Informationen unter www.wieneralpen.at, natürlich bietet Anna Maria Müllner auch Führungen für Gruppen und andere Vereine an.