Herbst der Untertanen / Nino Haratischwili

Ab 18. Januar 2022 bringt das Theater Nestroyhof Hamakom Nino Haratischwilis „Herbst der Untertanen“ zur österreichischen Erstaufführung – inszeniert von Michael Gruner.

„Herbst der Untertanen“ spielt in einer herrschaftlichen Villa irgendwo auf der Welt. Seit Wochen tobt zum wiederholten Male ein Bürgerkrieg. Über den Verbleib des Hausherrn, General und erster Mann im Staat, und seiner Gattin ist nichts bekannt. Auch haben sämtliche Hausangestellte die Flucht ergriffen. Einzig Rina, die alte Köchin, Kaela, die Haushälterin, und eine junge Aushilfe, ein Flüchtlingsmädchen, sind geblieben.

Während draußen die Schüsse fallen, wird die Villa ihrerseits zum Schlachtfeld. Zwischen Empathie und Hass begegnen sich die drei von Kriegen gezeichneten Frauen in gnadenloser Grausamkeit. Ein existenzielles Spiel um Herrschaft und Würde, um alte und neue Ordnung.

Der kürzlich verstorbene Michael Gruner setzte in seiner Inszenierung von Beginn an den Schwerpunkt auf diese Ambivalenz. Es zeigt sich, wie rasch gesellschaftlich verankerte Rollenbilder sich in ihr Gegenteil umkehren können. Aus Spiel wird Ernst und aus Ernst wird Spiel.

„Herbst der Untertanen“ ist eine von über zwanzig Publikationen der mehrfach ausgezeichneten und in Österreich bislang eher selten gespielten Autorin Nino Haratischwili. Die 1983 in Georgien geborene und seit über 15 Jahren in Hamburg lebende Autorin sorgte bereits 2014 mit ihrem Roman „Das Achte Leben (für Brilka)“ international für Aufsehen. Mit ihrem 2018 erschienenen Roman „Die Katze und der General“ gelangte sie auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.