Diese Veranstaltung ist schon vorbei

Wann:

Sa 12. Nov 2016, 17:00–18:00

Wo: Salon für Kunstbuch 21er Haus, Arsenalstraße 1, 03. Landstraße, Wien

Altersbeschränkung: Alle Altersklassen

Ticket-Information:

  • Eintritt: Kostenlos

Eingetragen von: m201

Eine Inter-Lecture-Performance im Rahmen der Ausstellung: Stay with me - Artists' Diaries from Istanbul

Samstag, 12. November 2016, 17.00 Uhr
Salon für Kunstbuch 21er Haus
Arsenalstraße 1
1030 Wien

"Das ist ein Hilferuf! S.O.S.! Lasst uns mit ihren Sprachbildern brechen, lasst uns ihre Wörter dekonstruieren und die wahren Beweggründe dahinter freilegen." Öncel Seçgin

Die Performance "Words like violence. Break the silence?" untersucht die Beziehung zwischen Sprache und ihrem manipulativen Gebrauch im politischen Alltag. Wie lässt sich die strategische Verwendung von Symbolen verstehen, mit der eine herrschende Machtordnung sich in der Bevölkerung verkörpern, umsetzen und verfestigen kann?
 
Wir SIND gegen das System - oder etwa nicht? Aktuell lassen sich kaum zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler finden, die bereit wären, die Lebensumstände der Gegenwart zu akzeptieren.
 
Auch wenn in der Kunst vermehrt auf konzeptuelle Ansätze zurückgriffen wird und sie dadurch politischer wirkt, ist der Zeitpunkt für einen Strategiewechsel gekommen. Worte und Sätze, synthetisiert durch Thinktanks aus Neurologen und Marketingexperten, werden gezielt und so oft wie möglich in den öffentlichen Raum eingespeist. Dabei können sie von der Tatsache ausgehen, dass 98% der Hirnfunktionen unbewusst ablaufen und symbolische Operationen direkt mit unserem limbischen System kommunizieren können. Doch wie sollen wir von anderen erwarten, dass sie ein kritisches Denken entwickeln, wenn sie sich in einer Sprache bewegen sollen, die ihnen vorher suggeriert wurde?
 
Öncel Seçgin wurde in Istanbul geboren und ist Performer und Aktivist. Er war Teil des Kunstkollektivs YxS Koop, die auf der 13. Istanbul Biennale mit der Einschleusung eines externen Werkes intervenierten. Seit dem Jahr 2013 ist er Mitglied der Gruppe Kunst für Widerstand, die die Gezi-Bewegung in der Türkei unterstützt hat.
 
Die Ausstellung "Stay with me" versammelt Notiz- und Tagebücher von mehr als 60 Künstlerinnen und Künstlern, die im Zusammenhang mit ihren Erfahrungen während der Gezi-Park-Proteste 2013 in Istanbul entstanden sind.

Im Frühling kam es in Istanbuls Gezi-Park zu Protesten gegen Pläne für dessen städtebauliche Zukunft. Die sich in den folgenden Wochen über den Taksim-Platz ausbreitende Welle von Demonstrationen erfasste das ganze Land. Die Menschen kamen in dezentraler Organisation auf über 5.000 Veranstaltungen zusammen und geschätzte 3.5 Millionen gingen auf die Straße. Die mit ungewöhnlicher Gewalt niedergeschlagenen Demonstrationen forderten damals 11 Tote und mehr als 8.000 Verletzte. Seit dem Sommer 2013 hat sich die innenpolitische Lage weiter verschärft. Ist es möglich, die Hoffnung von damals zu bewahren?

An den Exponaten der Ausstellung lassen sich die unterschiedlichsten Herangehensweisen ablesen, in denen eine Kunst der Selbstbehauptung sich realisiert: den singulären Zauber gemeinsamer Momente festhalten, das Bedrohende auf Papier bannen, sich an einen anderen Ort projizieren, Erlebtes durch Abstraktion erinnern.

‘Stay with me’ wurde von der Künstlerin Selda Asal initiiert.