Diese Veranstaltung ist schon vorbei
Gender Check. Rollenbilder in der Kunst Osteuropas

Wann:

Do 26. Nov 2009, 10:00–21:00
Fr 27. Nov 2009, 10:00–18:00
Sa 28. Nov 2009, 10:00–18:00
So 29. Nov 2009, 10:00–18:00
Mo 30. Nov 2009, 10:00–18:00

Wo: MUMOK Museum Moderner Kunst Museumsquartier, Museumsplatz 1, 07. Neubau, Wien

Altersbeschränkung: Alle Altersklassen

Homepage:

Eingetragen von: viennaredaktion

Die Ausstellung „Gender Check“ zeigt erstmals in einem
repräsentativen Überblick Kunst aus Osteuropa seit den
1960er Jahren, die sich mit dem Thema der Geschlechterrollen
auseinandersetzt. 20 Jahre nach dem Mauerfall erstellt die Kuratorin
Bojana Pejic mit einem Expertenteam aus insgesamt
24 Ländern eine umfassende Präsentation mit mehr als
400 Arbeiten — Malereien, Skulpturen, Installationen, Fotografien,
Plakate, Filme und Videos. Über 200 Künstlerinnen und Künstler
vermitteln ein äußerst facettenreiches Bild eines bislang weitgehend
unbekannten Kapitels der neuesten Kunstgeschichte, das einen
zukunftsweisenden Beitrag zum Genderdiskurs leistet.

„Gender Check“ verfolgt den Wandel weiblicher und männlicher
Rollenbilder innerhalb der Kunst vor dem Hintergrund der
gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Die von der ERSTE
Stiftung initiierte und unterstützte Ausstellung zeichnet dieses
Wechselspiel zwischen Kunst und Geschichte in chronologischer und
thematischer Gliederung nach:

Bis in die 1960er Jahre dominieren in den Arbeiten des sozialistischen
Realismus heroisierte weibliche und männliche Arbeiterinnen und
Arbeiter. Ihr wirklichkeitsverklärender Anspruch einer staatlich
propagierten „geschlechtslosen Gesellschaft“ wird in Werken der
inoffiziellen Kunst ironisiert und sichtbar gemacht. Nach einer Phase
kollektiver staatlicher Utopien entwickelten sich bis zum Ende des
Kommunismus, lokal unterschiedlich und von Rückschlägen begleitet,
Tendenzen der Individualisierung und Liberalisierung, die Freiräume
für nonkonforme Kunst schufen. Ab den 1970er Jahren sind Vorstellungen
von Weiblichkeit und Männlichkeit jenseits propagandistischer Klischees
neu formuliert:

In Selbstporträts von Künstlerinnen und Künstlern spiegelt sich ein neu
erwachendes Selbstbewusstsein ebenso wider wie in den
Darstellungen von Körperlichkeit, Subjektivität und einer offen zu
Schau gestellten Sexualität, die heterosexuelle Maßstäbe und heroische
Männlichkeitsideale in Frage stellt. Selbst viele abstrakte Bilder und
Skulpturen spielen mit ihren anthropomorphen Formen auf das
Verhältnis der Geschlechter innerhalb der Gesellschaften an.
Die Emanzipation von Rollenbildern geht dabei mit jener von
traditionellen Medien einher: zunehmend gewinnen neue Medien und
Kunstformen wie Fotografie, Film, Video und Performance an
Bedeutung. Verstärkt treten nun auch Künstlerinnen in den Vordergrund.

Mit dem Mauerfall (1989) und dem Ende der sozialistischen Regime
stellen nationalistische Entwicklungen und neoliberale Einflüsse aus
dem Westen neue Herausforderungen dar. Die neu gewonnenen
Freiheiten gehen mit neokonservativen Rollenzwängen einher, die zum
Thema der Kunst werden. Kritik an chauvinistischen, militaristischen,
frauen- und minderheitenfeindlichen Ideologien wird nun im Kontext
feministischer Theorien formuliert. Auch das Thema Homosexualität wird
offen thematisiert. Klischees von Mutterschaft werden ebenso zur
Diskussion gestellt wie religiös verbrämte Weiblichkeitsideale und
patriarchale Machtstrukturen. Um die öffentliche und politische
Bedeutung weiblicher Identität zu unterstreichen, wird auch auf
historische Allegorien der Weiblichkeit zurückgegriffen.

Veranstaltungsdauer:
13. November 2009 bis 14. Februar 2010

Öffnungszeiten:
Mo - So 10.00 - 18.00 Uhr,
Do 10.00 - 21.00 Uhr