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septimo: Vortrag "Was vom Lager übrig bleibt" (Archäologie)

Wann:

Fr 25. Sep 2015, 19:30

Wo: Haus des Gastes, Hrn. 2 (Tourismusbüro), St. Gallenkirch

Altersbeschränkung: Alle Altersklassen

Ticket-Information:

  • Eintritt: Kostenlos

Homepage:

Eingetragen von: MontafonerMuseen

Archäologie des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers Suggadin

Mag. Isabella Greußing und Dr. Barbara Hausmair

Zur Arbeit gezwungen, untergebracht unter widrigen klimatischen Bedingungen und mangelhafter Versorgung – über siebentausend Menschen aus den besetzten Gebieten des Nazi-Regimes wurden während der NS-Zeit im Montafon auf den Baustellen der Illwerke ausgebeutet. Auf den ersten Blick erinnert kaum noch etwas in der Gebirgslandschaft an die Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen, die für den kriegswichtigen Ausbau der vorarlbergischen Stromproduktion ausgebeutet wurden und in einfachen Barackenlagern einquartiert waren. Die Baustellen in den Bergen sind lange fertiggestellt, die Lager augenscheinlich rasch nach dem Krieg verschwunden. Doch sieht man genau hin, haben sich viele Spuren dieser Zeit im Boden erhalten – etwa am Maisäß Rüti, wo im Lager Suggadin über einhundert Menschen für den Bau der Wasserbrücke über den Suggadinbach arbeiten mussten. Gemeinsam mit der Universität Konstanz und mit Unterstützung des Landes Vorarlberg, des Standes Montafon und des Heimatschutzvereines Montafon sowie der Agrargemeinschaft Maiensäßausschlag Rüti führten die Montafoner Museen im Sommer 2015 erste archäologische Untersuchungen im ehemaligen Lagerbereich durch, um die Größe und noch erhaltenen Strukturen zu erfassen. In diesem Vortrag stellen die Archäologinnen Isabella Greußing und Barbara Hausmair die ersten Ergebnisse dieser Arbeit vor und erläutern, warum die Untersuchung der materiellen Hinterlassenschaften der nationalsozialistischen Zwangsarbeit wichtig ist.

Eintritt frei